Boxentraining kann ein sehr wichtiger Bestandteil bei der Erziehung eures Hundes werden.

Zu Beginn direkt das Wichtigste: Die Box ist niemals eine Bestrafung! Die Box ist auch keine Haltungsform. Sie dienen als Ruheort und Safespace für den Hund. Ihr als Halter, solltet ihn auch in der Box immer im Auge behalten können. 

Das ist sehr wichtig, denn wir wollen die Box aufbauen, um später möglichst überall einen sicheren Platz für unseren Hund zu haben. Was genau heißt das, und wofür könnte ihr die Box benutzen?

Beim Stubenrein werden Fänge es schon an. Kaum hat man den Welpen aus den Augen gelassen, ist ein Malheur geschehen. Manche Welpenbesitzer schaffen es nicht mal in Ruhe zu duschen, weil sie den Kleinen nicht alleine lassen können. Hier hilft die Box, denn Hunde lösen sich in der Regel nicht dort, wo sie schlafen und essen.

Ihr möchtet zu euren Freunden zum Grillabend, könnt oder wollt euren Hund aber nicht so lange alleine lassen. Nehmt ihn mit und richtet ihm eine schöne Ecke in der Box ein. Obwohl viele Menschen und viel Trubel auf der Feier sind, hat er einen sicheren Ort an dem er sich wohl fühlt und keine ständige Aufsicht benötigt.

Ob im Hotel, in fremden Autos oder bei der Schwiegermutter mit den teuren Vasen in der Wohnung, die Box erleichtert euren Alltag enorm. Der Hund fühlt sich sicher und ihr müsst nicht ständig aufpassen.

Also wie erreichen wir das?

Die Box soll ein schöner Ort für unsere Hunde werden. Sie können diese auch mit einer kuscheligen Decke oder einem weichen Kissen ausstatten, damit es dort schön gemütlich wird. Positioniert die Box dort, wo ihr euch am meisten aufhaltet, z. B. im Wohnzimmer. Das hat zwei Gründe:

1. Der Hund soll nicht in Isolationshaft sein. Es geht nicht darum, ihn am Ende des Flurs weit weg vom Geschehen zu halten.

2. Der Hund soll lernen zur Ruhe zu kommen, obwohl draußen das Leben tobt.

Jetzt fangt ihr an, die Box mit etwas Tollem zu verbinden. Füttert ihn gerne in dieser Box. Ihr könnt ihm dort sein Hauptfutter anbieten, die Kauknochen dort geben oder einfach mal Leckerli hineinwerfen. Macht ein tolles Spiel daraus. Werft die Leckerchen in die Box und sobald der Hund in der Box ist,könnt ihr bereits ein Signal einführen wie „Box“, „Geh in die Box“ oder „Geh in dein Haus“ usw. Euer Hund wird es toll finden, wenn die Käsewürfel, die er so liebt, auf einmal fliegen und er sie bis in die Box verfolgen darf.

Wiederholt diese Übungen gerne drei Mal täglich für ca. 5 Minuten. Habt ihr das Gefühl, die Box wird gerne angenommen, vielleicht legt sich der Hund bereits für sein Schläfchen hinein, dann könnt ihr den nächsten Schritt angehen.

Vor dem nächsten Schritt ist es wichtig, dass alle Hundebedürfnisse erfüllt sind. Er sollte bereits etwas gespielt haben, sich gelöst haben und satt sein. Am allerbesten wäre es, wenn ihr ihn vorher ausgiebig müde macht, dann wird es am Leichtesten. Denn jetzt schließen wir die Tür.

Euer Hund darf jetzt gerne eine Stunde in der Box bleiben und die Erfahrung machen, dass er sich entspannen kann. Die meisten Welpen finden das jetzt natürlich richtig doof, immerhin war sonst immer Aktion angesagt, und das bringen sie dann auch zum Ausdruck.

Er wird auch richtig gequält und vom leisen Fiepen bis zum lauten Schreien kann da alles dabei sein. Jetzt ist es ganz wichtig, dass ihr euren Hund konsequent ignoriert. Nicht ansehen, nicht ansprechen, auch nicht schimpfen oder beruhigen, wenn er weint. Er soll lernen, dass es ihm nichts bringt und auch gar nicht nötig ist. Für Kinder im Haushalt machen wir gerne ein Spiel daraus: Ist der Hund in der Box, ist er unsichtbar. Nun heißt es für euch einfach durchhalten. Die meisten Hunde beruhigen sich nach ein paar Minuten und legen sich schlafen. Je müder Mann ihn vorher gemacht hat, desto besser. Macht ihr die Tür auf, während euer Hund jammert, hat er folgende Lernerfahrung gemacht: „Ich muss jammern, damit die Tür aufgeht.“ Ich werde beim nächsten Mal noch schneller und noch lauter jammern, damit die Tür schneller aufgeht.“ Deshalb ist es wichtig, das Quengeln erst mal auszusitzen.

Wir machen uns mit der Box einen bestimmten Effekt zu Nutzen. Hunde fühlen sich in kleineren Räumen grundsätzlich sicherer, denn je größer der Raum ist, desto mehr Verantwortung hat er, desto mehr muss er aufpassen oder kann er abwandern. Die Box ist für ihn wie die sichere Höhle für den Wolf. Ist die Tür geschlossen, wird er ganz schnell feststellen, dass es keinen Raum zum Arbeiten gibt und alles am Besten noch total langweilig ist. Die logische Konsequenz ist, er legt sich hin, entspannt sich und kommt zur Ruhe.

Ist ungefähr eine Stunde vergangen, könnte ihr die Tür wieder öffnen. Das macht ihr ganz beiläufig und ohne große Worte. Die Boxenzeit und auch das Ende dieser Zeit sollen ganz normal für den Hund werden und keine große Aufregung hervorrufen. Falls eurer Hund nach einer Stunde noch tief und fest schläft, könnt ihr die Zeit natürlich jetzt schon verlängern und die Tür erst öffnen, wenn er aufgewacht ist. Denkt jetzt daran, dass er vermutlich direkt nach draußen muss um sich zu lösen.

Trainiert die Box gerne drei Mal täglich für je 1-2 Stunden, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.

Welche Box passt zu euch?

Der Transportkäfig - für mehr Sicherheit

Hier habt ihr den Transportkäfig. Diese Box ist die sichere Variante, wenn ihr euch noch unsicher seid, wie euer Hund mit der Box zurecht kommt. Der Transportkäfig ist als Box nämlich ziemlich ausbruchsicher. Praktisch ist, der Transportkäfig ist recht leicht und auch faltbar, das macht ihn gut transportierbar.

Hier kannst du ihn finden: https://amzn.to/4cMmO0a

 

Die Stoffbox - leichter und flexibler

Die Stoffbox ist für Viele etwas bequemer, da leichter und besser zu verstauen. Diese würde ich allerdings nur empfehlen, wenn euer Hund schon gut mit der Box zurecht kommt, oder grundsätzlich ein eher ruhiges Gemüt besitzt. Ansonsten können findige Modelle sich schonmal aus so einer Box heraus nagen.

Die Box findet ihr hier: https://amzn.to/4iAnF5p

 

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Die häufigsten Fragen (FAQ)

Welche Box soll ich nehmen?

Ich empfehle  Transportkäfige. Diese sind sicher und sehr schwer kaputt zu kriegen. Stoffboxen haben den Nachteil, dass kleine Ausbruchskünstler diese schnell durchgekaut oder durchgerissen haben.

Wie groß soll die Box sein?

Beim Kauf geben die Hersteller Empfehlungen ab. Kauft die Box direkt für die Größe, die euer Hund später haben wird. Er sollte bequem stehen und liegen können, wenn er herumlaufen kann, ist die Box zu groß.

Mein Hund schläft in der Box. Kann ich diese Box für das Training benutzen?

Ja, es macht dir die Sache sogar einfacher, weil er die Box bereits mit Entspannung in Verbindung gebracht hat. Gehe aber trotzdem gerne den Schritt, die Box mit Futter und Leckerli noch toller zu machen.

Wie lange kann mein Hund in der Box bleiben?

Bis zu vier Stunden kann der Hund schon in der Box bleiben. Hier ist es aber wichtig, dass ihm frisches Wasser zur Verfügung steht und er vorher ausreichend Bewegung hatte. Er sollte sich vorher auch unbedingt gelöst haben. Außerdem sollte man immer ein Auge auf ihn haben können um sicherzustellen, dass er sich weiterhin wohl fühlt. 

Kann ich meinen Hund in der Box alleine lassen?

Die Box eignet sich super, um beim Alleine bleiben Training anfangs zu unterstützen. Es ist in Ordnung, wenn du dich mal in einem anderen Raum aufhälst, während der Hund in der Box ist. Dadurch lernt er schon, dass es nicht schlimm ist, mal keinen Sichtkontakt zu haben. Ich bitte euch aber, euren Hund später nicht alleine in der Box zu lassen, wenn ihr für längere Zeit das Haus verlasst. Wenn der Hund gut alleine bleiben kann, empfiehlt es sich, ihm einen Raum zur Verfügung zu stellen und die Box offen darin bereit zu stellen. Ist der Hund etwas länger alleine, sollte er selbst entscheiden können, ob er einen warmen oder kalten Untergrund zum liegen auswählt.

Mein Hund zerfetzt die Decke in der Box!

Das kommt durchaus öfters vor. Der Hund langweilt sich und sucht sich dadurch eine Beschäftigung. Holt dann für den Anfang des Trainings die Decke raus. Euer Hund liegt zu Hause auch auf den Fliesen oder dem Laminat. Es ist auch erst mal nicht so schlimm, wenn er keine weiche Unterlage hat. Sobald du das Gefühl hast, dass sich dein Hund besser in der Box entspannen kann, kannst du sie wieder mit Kuscheldecken ausstatten. 

Mein Hund hat in die Box gepinkelt (und möchte nun auch nicht mehr rein)!

Missgeschicke können noch passieren. Es dauert eine Weile, bis die Box als fester Schlafplatz etabliert ist und die Hunde sich Mühe geben, nicht hinein zu pinkeln. Deshalb am Besten vorher lösen lassen. Wenn du merkst, dass dein Hund nicht mehr hinein möchte, ist irgendwo noch eine Urinspur. Die Decke gründlich waschen und die Box bestmöglich reinigen, dann sollte der Hund wieder gerne hineingehen. Essig kann bei der Reinigung helfen. Nach der Behandlung muss alles dann aber gut gewaschen, oder ausgelüftet werden. 

Mein Hund gibt auch nach einer Stunde keine Ruhe!

Auch das kommt vor, manche geben eben nicht so schnell auf und wollen ihren Kopf durchsetzen. Du kannst den Hund ja jetzt keine drei Stunden in diesem Zustand lassen. Hierfür gibt es eine kleine Notlösung. Du willst die Tür in dem Moment öffnen, in dem gerade Ruhe ist, um keine Fehlverknüpfung stattfinden zu lassen. Setz dich dafür vor die Box ohne deinen Hund anzuschauen. Spiele mit den Fingern vor der Box auf dem Boden herum und tu so, als wäre da etwas richtig Spannendes. Sobald dein Hund aufhört zu jammern und sich auf den Boden vor dir konzentriert, öffnest du ganz beiläufig die Tür. Auch hier ist es wichtig, das Geschehen nicht weiter zu kommentieren, damit alles seine Normalität behält.

Jetzt ist es aber umso wichtiger dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Am Besten etablierst du feste Zeiten am Tag, die zu Boxenzeiten werden. Z.B immer nach dem Spaziergang. Hunde lieben Rituale und damit machst du es ein bisschen leichter. Manchen Hunden hilft es auch, wenn die Box vollständig abgedeckt ist. Wenn auch nach längerer Zeit nichts hilft und du jeden Tag mehrere Stunden Terror hast, melde dich gerne bei mir. Für jeden Hund findet man einen individuellen Weg.

Viel Spaß beim Training